Alles Wissenswerte über Car Wrapping Folien

 

Matt, glänzend, farbwechselnd, selbst heilend – heute gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Car Wrapping Folien. Welche Wrapping Folien gibt es? Woran erkennst du eine qualitativ hochwertige Wrapping Folie? Was sagt überhaupt der Gesetzgeber zur Autofolierung? Und wie pflege ich mein foliertes Auto? Das erfährst du heute hier.

 

 

Welche Wrapping Folien gibt es?

 

Es gibt kalandrierte und extrudierte Folien. Beide Wrapping Folien haben als Grundstoff Plastisole. Das sind Granulate in fester Form. Diese Granulate enthalten, unter anderem, die farbgebenden Pigmente, Additive oder Weichmacher.

Kalandrierte Folien sind weiche Folien. Sie werden in so genannten Kalandern hergestellt, ein System aus mehreren aufeinander liegenden und beheizten Walzen. Kalandrierte Folien eignen sich am besten für eine kurzfristige Anwendung. Sie sind recht dick und funktionieren sehr gut bei 2D-Verklebungen. Durch die Dicke der Wrapping Folien ist es aber sehr schwer sie schön über Kanten und Sicken zu ziehen. Sie werden schnell spröde und reißen dann.

Hier kommen gegossene, oder extrudierte, Wrapping Folien ins Spiel. Ihr Ausgangsmaterial ist Organosol in flüssiger Form. Diese Wrapping Folien sind sehr dünn und flexibel. Für eine 3D-Folierung ist es immer besser eine gegossene Folie auszuwählen. Auch wenn diese etwas teurer ist. Die längere Haltbarkeit ist merklich spürbar und daher den Preis wert.

 

 

Kann ich an der Wrapping Folie Geld sparen?

 

Der Markt wird momentan geradezu überschwemmt mit Wrapping Folien von günstigen Anbietern. Die Autofolierung ist ein wachsender Markt und immer mehr Anbieter möchten ein Stück vom Kuchen. Die billig produzierten Folien scheinen auf den ersten Blick auch vollkommen in Ordnung zu sein. Wir können nur sagen: Ein zweiter Blick lohnt sich! Die billigen und qualitativ minderwertigen Wrapping Folien können zwar meist recht gut verarbeitet werden. Wenn es aber um die Demontage geht, zeigt sich die Schattenseite der Preisersparnis. Der Kleber lässt sich nicht mehr richtig vom Auto lösen. Bei einer Vollfolierung mit einer Premium Wrapping Folie, ist die Folie circa innerhalb eines Tages abgezogen. Hier sind die Zeiten für den Abbau von Türgriffen etc. bereits eingerechnet.

Die “Billigfolie“ wird allerdings zur reinsten Sisyphusarbeit. Der Kleber lässt sich selbst durch Hitze nicht mehr richtig lösen, die Folie klebt am Lack fest und kann nicht am Stück, sondern nur in Fetzen abgelöst werden. Während bei guter Qualität das Auto am Ende sauber dasteht, muss bei einer Folierung mit einer billigen Wrapping Folie, das Auto noch von den Kleberückständen befreit werden. So kann sich die Demontage auch auf zwei Tage ausweiten.

Mit einer relativ geringen Wahrscheinlichkeit kann eine billige Wrapping Folie mit schlechtem Kleber sogar den Lack beschädigen. Allerdings nur wenn dieser bereits alt und porös ist.

 

 

Woran erkenne ich gute Qualität?

 

Um zu erkennen, ob eine Wrapping Folie, oder die Autofolierung an sich, von guter oder schlechter Qualität ist, braucht es ein geübtes Auge. Als Laie solltest du immer den Folierer deiner Wahl fragen, mit welcher Folie er arbeitet. Anbieter wie 3M und Avery Dennison gehören zu den Premiumherstellern von Wrapping Folie. Wahrscheinlich siehst du die Qualität der Folie erst wenn dein Auto bereits foliert ist. Du solltest für die Qualität deiner Wrapping Folie am besten dem Profi vertrauen. Auch wenn es dann etwas teurer werden kann.

Wenn du direkt nach der Folierung Falten auf dem Auto siehst, war die Autofolierung nicht besonders gut. Sieh dir auch unbedingt diese Stellen genauer an: Karosseriespalten an Türen, Kofferraum und Motorhaube, Außenspiegel, Radläufe/Kotflügel sowie die Nummernschildvertiefungen. Wenn hier sauber gearbeitet wurde und die Folie gut ist, sieht alles schön und abgeschlossen aus. Die Abschlüsse dürfen nicht zu knapp sein, sonst wellt sich die Folie schon nach kurzem wieder nach oben und die Autofolierung kann quasi neu gemacht werden.

Wenn deine Wrapping Folie matt ist, dann achte bei deinem folierten Auto unbedingt darauf, ob manche Stellen glänzend aussehen. An diesen Stellen wurde die Wrapping Folie überdehnt oder überhitzt.

 

 

Kann man auch die Scheiben folieren?

Hier kommt das Gesetzt ins Spiel. Alles hierzu ist im Paragraph 40 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) geregelt. Grundsätzlich dürfen aber immer die hinteren Seitenscheiben und die Heckscheibe foliert werden. Glasflächen, die das Sichtfeld des Fahrers einschränken könnten, dürfen nicht foliert werden. Nicht einmal mit einer durchsichtigen Folie!

Die StVZO hat strenge Regelungen bezüglich der Autofolierung. Sie schließt bestimmte Farben von der Verwendung bei Autofolierungen aus, zum Beispiel reflektierende Neonfarben, Signalfarben und andere Warnfarben. Außerdem dürfen das Nummernschild und die Scheinwerferabdeckungen nicht beklebt werden. Wenn dein Fahrzeug gegen diese Regeln der Autofolierung verstößt, können Bußgelder zwischen 20,- bis 90,- Euro auf dich zukommen.

 

 

Bußgelder bei falscher Folierung

Verstoß Bußgeld Punkte in Flensburg
Während dem Fahren eingeschränkte Sicht bei getönten Autoscheiben 10 Euro
Bauartgenehmigung nicht mitgeführt 10 Euro
Kein vorschriftgemäßigtes ausgerüstetes Fahrzeug in Betrieb genommen … 25 Euro
… mit Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit 90 Euro 1 Punkt
Scheinwerfer mit Folie bedeckt … 20 Euro
… andere Verkehrsteilnehmer gefährdet 25 Euro
… mit Sachschaden 35 Euro
Ohne Betriebserlaubnis gefahren … 50 Euro
… und Verkehrssicherheit gefährdet 90 Euro 1 Punkt

 

 

Wie kann ich mein foliertes Auto am besten reinigen?

 

Du kannst dein foliertes Auto, ab circa zwei Wochen nach der Folierung, eigentlich genauso reinigen, wie ein lackiertes Auto. Es gibt nur ein paar Unterschiede, die du beachten solltest.

Wenn dein Auto stark schmutzig ist, brauchst du erst einmal viel Wasser. Du kannst einen Hochdruckreiniger benutzen, aber nicht bei mehr als 60 Grad. Außerdem solltest du circa einen halben Meter Abstand halten und auf keinen Fall direkt die Folienkanten anvisieren.

Natürlich kannst du auch mit einem folierten Auto durch die Waschanlage fahren. Du solltest am besten eine Waschanlage ohne Nylonbürsten auswählen und auf keinen Fall Heißwachs nehmen. Auch bei der Handwäsche solltest du auf Wachs verzichten.

Trocknen kannst du das Auto genau wie ein lackiertes, am besten mit einem Microfasertuch.

 

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