Der Groschen fällt – Deutsche Premiumhersteller entdecken die Elektromobilität

 

Bestens für die Zukunft gerüstet, so stellen sich viele der deutschen Automobilhersteller dar. Doch ist dies wirklich so, sind die deutschen Premiumhersteller der Automobilindustrie tatsächlich gut aufgestellt? Gerade wenn es um das Thema Elektromobilität geht scheint dies nicht der Fall zu sein.

 

 

Kein wichtigeres Thema als Elektroautos

 

Im September präsentierte Mercedes feierlich sein neues Fahrzeug, den EQC, vor. Er wird das erste voll elektronisch betriebene Auto von Mercedes sein. Nur kurz darauf stellte auch von Audi und BMW die neuen Elektromodelle vor. Audi wird Ende des Jahres den E-Tron auf den Markt bringen, während BMW ab 2021 den iNext herausbringt. Auch Porsche setzt in Zukunft stark auf die Elektromobilität, angeblich soll es in Zuffenhausen sogar zur Debatte stehen, alle Modelle außer den 911er auf Elektroantriebe umzustellen.

 

 

Warum erst jetzt?

 

Die Elektromobilität ist längst kein neues Thema mehr, warum also ziehen die Premiumhersteller deutscher Automobile erst jetzt mit? Sicherlich lässt es sich nicht nur durch einen plötzlich gewonnenen Glauben an den Umweltschutz erklären. Wirtschaftliche Gründe hierfür sind wahrscheinlicher. So sind die Autohersteller, nach dem neuem Beschluss der EU-Kommission, bis 2030 dazu verpflichtet, den Ausstoß an Kohlendioxid um 30 Prozent zu senken. Dies lässt sich nur durch den Umstieg auf elektronische Antriebe umsetzen.

BMW hat zwar bereits seit sechs Jahren rein elektronisch betriebene Fahrzeuge im Repertoire, allerdings konnten sich diese Modelle bisher nicht gut durchsetzen.

 

 

Das Interesse an Elektroautos steigt

 

Auch die Verbraucher sind immer mehr daran interessiert Elektroautos zu kaufen. Dies liegt zum einen daran, dass die Fahrverbote für Diesel- und Benzinfahrzeuge weiter ausgeweitet werden. Ein Elektroauto kann dieses Problem nicht treffen. Zum anderen ist es ein großer Vorteil für die Besitzer von elektronisch betriebenen Fahrzeugen, oder die die eine Kaufabsicht haben, dass 2017 das Joint Venture Ionity gegründet wurde. Ionity wurde von den Automobilherstellern BMW, der Daimler AG, der Ford und der VW Gruppe ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es ein großes Netzwerk an Ladestationen entlang der europäischen Hauptverkehrsadern aufzubauen und zu betreiben. Die Elektromobilität soll langstreckentauglich werden. Somit fällt auch der größte Negativpunkt, die kurze Reichweite, weg.

 

 

Wer hat die Nase vorn?

 

Eine Studie des Puls Marktforschungsinstituts hat folgendes ergeben:

 

Demnach gilt Tesla immer noch als führende Marke der Elektromobilität. Die deutschen Premiumhersteller (Mercedes-Benz, Audi und BMW) haben sogar an Zustimmungswerten verloren. Das lässt sich gut durch die Skandale der jüngsten Zeit erklären. Allerdings bedeutet es auch, dass es im Bereich E-Mobilität noch einiges für die Autohersteller zu tun gibt. Die Möglichkeiten haben sie und sie sollten sie auch nutzen. Die Elektromobilität bietet Innovationspotential und jede Menge Wachstumspotential. Wer jetzt den Anschluss verpasst, wird es in der Zukunft schwer haben.