Geomarketing – eine Disziplin des Marketings

 

In unserem letzten Blogpost über Mobile Targeting sind wir bereits auf die Verbindung zwischen Geotargeting und Mobile Targeting eingegangen. Hier möchten wir heute näher auf das Thema Geomarketing eingehen.

 

 

Was ist Geomarketing?

 

Der Oberbegriff Geomarketing besteht aus den Wörtern „Geo“ und „Marketing“. Der Grundgedanke des Geomarketings ist es, dass der Markt räumlich aufteilbar ist. Demnach sind auch die betreffenden unternehmerischen Kennzahlen je Region unterschiedlich. Die Anwendungsgebiete, die sich durch die Verbindung von Raum und Marketing ergeben, sind mannigfaltig. Ein großer Vorteil des Geomarketings ist, dass durch die Analyse der Daten ein größeres Verständnis für den gesamten Markt entsteht. Das verringert das unternehmerische Risiko.

Geomarketing nutzt die ortsbezogenen Informationen, um zu ermitteln, welcher Personentyp wo lebt. So wird eine Werbebotschaft auf potentielle Kunden angepasst und spricht die Zielgruppe somit besser an.

 

 

Die Grundlage des Geomarketings

 

Wie für alle Marketingdisziplinen, sind Marktdaten der wichtigste Bezugspunkt. Erst die Marktdaten machen das Geomarketing möglich. Umso kleiner das Gebiet ist, aus welchem die Daten stammen, umso ein genaueres Bild der einzelnen Gebiete kann entstehen. Grundlegend ist es auch in der heutigen Zeit der Globalisierung und verstärkten Mobilität immer noch so, dass Gleiches Gleiches anzieht. Es ist das Nachbarschaftsprinzip. In dem heißt es, dass innerhalb eines Wohngebietes, Häuserblocks, einer Straße oder einem Gebäude, ähnliche Interessensgruppen anzutreffen sind. Das liegt daran, dass in eben jenen ähnlichen Umfeldern, auch ähnliche Umstände herrschen.

Die Lebenshaltungskosten sind in einer Straße für gewöhnlich einigermaßen konstant, die Gebäude gleichen einander, die Infrastruktur ist dieselbe. All diese ähnlichen Umstände, ziehen auch eine homogene Interessensgruppe an. Menschen, die ähnlich viel verdienen, oder die sich in den gleichen Lebensabschnitten befinden. Diese Personen haben normalerweise auch ein vergleichbares Kaufverhalten.

Geomarketing versucht nun, anhand von verschiedenen Marktdaten, die Wohnbedingungen mit den Interessen und dem Kaufverhalten der Personen zu verknüpfen. So können mögliche Kunden besser ermittelt werden.

 

 

Woher kommen die Marktdaten?

 

Informationen über die Interessen einzelner Personengruppen und deren Kaufverhalten, anhand der räumlichen Abgrenzungen, sind nicht einfach so im Internet zu finden. Diese Informationen müssen aus datenschutzkonformen Quellen stammen. Gemeinden veröffentlichen beispielsweise Statistiken mit soziodemografischen Merkmalen. Diese sind oft unterteilt in Stadtteile, oder Straßenabschnitte. Die Daten sind nicht mit Namen und Adressen beschriftet, sondern stellen immer eine größere Anzahl an Personen oder Haushalten dar. Anhand solcher Quellen können Raster erstellt und miteinander verknüpft werden. Alter, Kaufkraft, Haushaltsgröße, Gebäudeart, und viele andere Merkmale werden in lokale Gruppen aufgeteilt und dargestellt.

Zudem bieten andere Statistiken der Marktforschung weitere Merkmale. Es gibt immer wieder neue Statistiken, die den Zusammenhang von soziodemografischen Merkmalen und Wohnbedingungen und den dort bestehenden Interessen erforschen. Diese Forschungen über Interessen können nun mit den bereits gesammelten Daten über die lokalen Gruppen verbunden werden. So können, anhand von Wahrscheinlichkeiten, die Interessen mit in die lokalen Gruppen einfließen und die räumlichen Daten ergänzen.

Die Analyse von Gebieten und Interessen ist natürlich keine einfache Aufgabe und erfordert einiges an professioneller Arbeit.

 

 

Warum Geomarketing nutzen?

 

Was bringt es einem Unternehmen Geomarketing zu betreiben? Wofür kann Geomarketing denn wirklich genutzt werden? Anwendung findet Geomarketing in vielen verschiedenen Bereichen. Bei der regionalen Absatzplanung, der Vertriebsgebietsgestaltung, Filialnetz-Optimierung, der unternehmensinternen Steuerung und vielem mehr. Geomarketing zeigt auf, in welchen Gebieten viel Potential steckt. Das hier sind einige Anwendungsgebiete von Geomarketing:

 

  • Bestimmung von Marktpotenzialen
  • Gebietsplanung und Filialnetzoptimierung
  • Absatzplanung und Vertriebscontrolling
  • Infrastrukturanalysen
  • Planung neuer Standorte(Stärken und Schwächen)
  • Kundenstruktur- und Kundenprofilanalysen
  • Datenbasis fürCrosschannel Marketing über alle Kanäle
  • Direktmarketing und Steuerung lokaler Werbeaktivitäten

 

Durch Geomarketing kann ein Unternehmen Marktpotenziale und zielgruppenspezifische Präferenzen erkennen. Der Markt wird transparenter und für Unternehmen übersichtlicher. Dadurch können auch bessere Marketingstrategien entwickelt werden.

 

 

Was ist Geotargeting?

 

Geotargeting ist ein Bereich des Online-Targetings. Hierbei werden die verschiedenen ortsbezogenen Informationen über Zielgruppen so genau ausgewertet wie möglich. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel eine IP-Adresse oder die GPS-Daten einer Person hat, gemeinsam mit den Geomarketing Daten hat, kann eine Zielperson noch genauer und relevanter angesprochen werden. So kann Zielpersonengenau die richtige Werbebotschaft, auf allen mobilen Endgeräten ausgespielt werden.