Ambient Medien

Die Außenwerbemedien liegen im Trend. Ihre Umsätze steigen stetig an. Wie fügen sich Ambient Medien in die Außenwerbung ein und wie kann es dabei helfen, den Vorsprung weiter auszubauen? Was genau dahinter steckt!

 

1. Wortdefinition Ambiente

Am·bi·en·te
/Ambiénte/
Substantiv, Neutrum [das]
1) Umwelt, Atmosphäre; Milieu, das eine Persönlichkeit, eine Räumlichkeit oder eine künstlerische Darstellung umgibt, ihr eigen ist

 

1.1. Definition

Ambient Medien sind unkonventionell erscheinende Werbeträger und das obwohl sie überall zu finden und teilweise vollkommen in unsere Umgebung eingegliedert sind. Schon seit den 90er Jahren sind Ambient Medien in Deutschland zu finden. Die ersten Formen waren hierbei Gratiskarten und Toilettenwerbung. Sie dienen dem Marketing zur Verbreitung der Werbebotschaft. Ambient Medien sind ein Teil der Außenwerbung. Es werden Werbeträger eingesetzt, die üblicherweise nicht in diesem Sinne verwendet werden. Das Ziel der Ambient Medien ist es, die Zielgruppe in deren direkten Umfeld zu treffen und planbar zu konsumieren sind.

Grundsätzlich sind Ambient Medien ein Teilbereich der Außenwerbung. Sie sind direkt im Lebensumfeld der Zielgruppe zu finden, gut angepasst an die jeweilige Umgebung und gut planbar.

 

2. Einteilung der Ambient Medien

Die Ambient Medien können, als Untergruppe der Außenwerbung, noch einmal untergliedert werden. Sie können in Stunt Ambient Media und Mainstream Ambient Media differenziert werden.

Ambient Medien, Einteilung Ambient Medien, Mainstream Ambient Medien, Indoor-Medien

 

Mainstream Ambient Media sind alle Indoormedien und Out-of-Home Medien, z.B. Poster in ungewöhnlichen Lokalitäten, wie dem WC. Auch Poster der Plakatwerbung können zu den Ambient Medien zählen, genau wie Screens (Digitale Außenwerbung). Zeppeline und Heißluftballone, oder Flugzeuge mit gezogenen Werbebannern, zählen zu den Aerials und ebenfalls zur Mainstream Ambient Media Gruppe. Bierdeckel oder kostenlose Postkarten sind Distributives.

Stund Ambient Media sind besondere, einzigartige Installationen oder Plakate. Es sind besondere und meist einmalige Aktionen, mit dem Ziel, viel Aufmerksamkeit zu generieren. Eine Mund-zu-Mund-Propaganda wäre hierbei natürlich die beste und gewünschte Form der Aufmerksamkeit.

 

3. Zielgruppe der Ambient Medien

Primär werden Menschen im Alter von 18-25 Jahren von Ambient Werbung angesprochen.
Sekundär folgt die Zielgruppe der Menschen von 25 bis 40 Jahren.

 

4. Einsatzgebiet der Ambient Medien

Wie bei allen Außenwerbungsmedien, sind die Nutzungsorte für Ambient Medien öffentliche Orte, die allen zugänglich sind.
Ambient Medien werden bevorzugt an diesen Orten genutzt um die richtige Zielgruppe zu treffen:

  • Öffentliche Straßen und Plätze
  • Flughäfen
  • Kinos
  • Gastronomische Einrichtungen (Restaurants, Bars, etc.)
  • Tankstellen
  • Fitnesscenter
  • Bahnhöfe
  • Hotels
  • Supermärkte
  • usw.

Diese Orte, beziehungsweise zielgruppenspezifischen Lebensräume oder Locations, können noch weiter unterschieden werden in:

  • Point of Leisure: alle Orte, die den Bereich der Freizeitlokationen umfassen
  • Point of Sports: Fitnessclubs, Skigebiete, …
  • Point of Sale: zum Beispiel gebrandete Einkaufswägen
  • Point of Transportation/Point of Travel: hier findet meist eine Überschneidung mit der normalen Außenwerbung statt
  • Roadside: speziell Aktionen, die auf dem Weg der Zielgruppe liegen, z.B. Bushaltestellen
  • Point of Education: Werbung im direkten Umfeld von Schulen oder Universitäten
  • Other: hier kann viel gesammelt werden, z.B. Werbung in Krankenhäusern oder öffentlichen Bibliotheken

Es wird deutlich, dass Ambient Medien schwer exakt einzuordnen sind. Es bestehen immer Überschneidungen mit der klassischen Außenwerbung und einzelnen Lebensumfeldern.

 

5. Arten von Ambient Medien

Es gibt über 150 verschiedene Werbeträger bei den Ambient Medien. Hier sind nur einige Media Beispiele:

  • Aufsteller an den geeigneten Orten
  • Bodengrafiken
  • Duschraumwerbung
  • Thekenaufsteller
  • Samplings
  • Banner
  • Aufkleber in Lebensgröße
  • Spiegel- und Spindwerbung
  • Toilettenplakate
  • Gebrandete Möbel
  • Getränkeuntersetzer
  • Gratispostkarten
  • Tischaufsteller
  • usw.
Bodengrafik, Ambient Medien, Ambient Werbung
Bodengrafik in Bahnhöfen

 

Ambient Medien, Ambiente, Werbung, Ambient Werbung, Außenwerbung, OOH, Out-of-Home
Ambient Werbemedium, Tasse in Café

 

6. Bewerbungsgebiet der Ambient Medien

Am besten eignen sich Ambient Medien für die Bewerbung bei Produktneueinführungen in bestimmten Branchen. Die beliebteste Branche ist vermutlich die Nahrungsmittelbranche.
Aber auch für die Branchen der Konsumgüter, Gastronomie, Tourismus, Telekommunikation, Medien und Bekleidung eignet sich der Einsatz von Ambient Medien gut.

 

7. Vor- und Nachteile der Ambient Medien

 

7.1. Nachteile

Der Hauptnachteil liegt im geringen Standardisierungsgrad der Ambient Medien. Es gibt viele unterschiedliche Formate dieser Art der Werbung und jede Anzeige muss auf diese Formate angepasst werden. Das steigert die Kosten exponentiell. Außerdem existieren viele und kleinere Anbieter am Markt und keine einzelnen Großen. Dadurch entstehen ebenfalls höhere Kosten für das Marketing, durch den höheren Aufwand für die Planung und Steuerung von Werbekampagnen.
Zudem ist die Kontaktzahl geringer als bei anderen Außenwerbemedien, genau wie die kommunizierbare Werbebotschaft. Die Messung des Erfolges ist ebenfalls schwer durchzuführen. Kennzahlen wie der Tausender-Kontakt-Preis (TKP) lassen sich nur schwer feststellen.

 

7.2. Vorteile

Genau wie alle Formen der Außenwerbung treffen Ambient Medien jeden in ihrem Umfeld. Oft wird diese Art der Außenwerbung eingesetzt, um an Orten Werbedruck auszuüben, wo üblicherweise keine Werbung zu sehen ist. Dadurch werden auch die schwer zugänglichen Orte und Zielgruppen erreicht. Durch die Auswahl der richtigen Orte für die jeweilig zu treffende Zielgruppe, kann diese auch effektiv erreicht werden.

Die Ambient-Werbeträger sollen nur in Sonderfällen herausstechen. Sie sollen sich in das Gesamtbild einfügen und so unterbewusst wirken und nicht direkt als Werbung erkennbar sein. Damit kann Sympathie geschaffen werden. Die Werbebotschaft wird besser angenommen und als qualitativ hochwertiger empfunden.

Zudem lassen sich die Ambient Medien hervorragend in den Media Mix des Marketing einbeziehen, meistens sogar mit einem geringen Budget. Gerade bei Stund Ambient Media-Aktionen ist hier die Verbreitung durch eine Mund-zu-Mund-Werbung kostenfrei und sehr effektiv.

 

Diese Merkmale und Vorteile hat der Ambient Media Fachverband genannt:

  • aufmerksamkeitsstarkes Medium
  • hohe Kontaktqualität mit langer Kontaktzeit
  • gute Erinnerungswerte
  • wenig Streuverluste
  • Steigerung des Bekanntheitsgrades
  • gute Akzeptanz bei den Zielgruppen
  • Erhöhung der Sympathie- und Erinnerungswerte.  (Fachverband Ambient Media 2006)