Transportmedien

Transportmedien oder auch Verkehrsmedien als Untergruppe der Außenwerbung. Alles Wissenswerte über verschiedene Arten, Vor- und Nachteile.

 

1. Definition

Alle Verkehrsmittel die als Werbeträger genutzt werden, können als Transportmedien bezeichnet werden. Sie zählen zu der Außenwerbung.

 

2. Historische Entwicklung

Vor dem 19. Jahrhundert wurde in Großstädten bereits mit Pferdedroschken geworben.
Durch die Industrialisierung und die Erfindung von sich selbst antreibenden Maschinen gewann auch der Einsatz von Transportmedien an Fahrt. Breits 1866 wurden die Eisenbahnwagen der dritten Klasse für Ankündigungen genutzt.
Die Weiterentwicklung von Motoren, Einführung von Bussen im Linienverkehr und die Tatsache, dass sich heute jeder ein Auto leisten kann, führt dazu, dass immer mehr Transportmedien zur Nutzung zur Verfügung stehen.
Der gesamte öffentliche Nahverkehr, Züge, LKWs, Taxen und private oder Firmenwägen können heute für Werbezwecke genutzt werden.

 

3. Rezipienten

Erreicht werden mit Transportmedien hauptsächlich mobile Zielgruppen. Gerade auf dem Weg zur Arbeit, zu den Hobbies oder zum Supermarkt, können mit Verkehrsmedien gute Ergebnisse erzielt werden.

 

4. Nutzungsmöglichkeiten

Transportmedien können einzeln, oder in Verbindung miteinander und in Verbindung mit anderen Werbemedien, genutzt werden. So können die Rezipienten immer länger begleitet und an vielen Stellen erreicht werden.

 

5. Vor- und Nachteile von Transportmedien

 

5.1. Vorteile

  • Transportmedien wirken direkt am Point of Sale. Das führt zu einem höheren Produktinteresse und zu höheren Handlungsimpulsen.
  • Die Reichweite der Transportmedien ist sehr groß. Viele Menschen werden auf einmal angesprochen.
  • Durch Mehrfachkontakte wird die Werbewirksamkeit erhöht.
  • Es besteht eine örtliche Flexibilität. Transportmedien können regional, lokal oder national genutzt werden.
  • Sie erreichen hohe Sympathie- und Akzeptanzwerte. Durch die Gestaltung von Verkehrsmitteln kann das oft nüchterne Design ansprechender werden. Sie bieten eine Abwechslung im Straßenbild.

 

5.2. Nachteile

  • Im äußeren Bereich besteht meist eine kurze Kontaktspanne. Daher muss die Botschaft kurz und prägnant sein. Bei der Werbung im Inneren von Fahrzeugen, zum Beispiel Bussen, besteht eine längere Kontaktphase.
  • Zeitlich ist die Nutzung von Transportmedien meist nicht flexibel. Die einmaligen Investitionskosten für die Installierung der Werbebotschaft sind meist sehr hoch. Daher amortisieren sich die Gesamtkosten, einige Anbieter ausgenommen, meist erst nach circa drei Jahren.

 

6. Werbemöglichkeiten

Transportmedien können auf verschiedene Arten genutzt werden. Im äußeren Raum stehen standardisierte Boards und Banner, genau wie gesamte Fahrzeug-Gestaltungen, zur Verfügung. Im Innenraum kann aus verschiedenen Werbeformen ausgewählt werden. Bedruckte Halteschlaufen, Swing Cards und Ähnliches.

 

6.1. Total Branding

Hierbei erfolgt allumfassend die Außen- und Innengestaltung in einem einheitlichen Designkonzept. Total Branding erfreut sich einer steigenden Beliebtheit. Am wichtigsten für das Total Branding sind Busse, Bahnen, LKWs und Taxen.

 

7. Arten von Transportmedien

 

7.1. Busse und Bahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)

Ein großer Vorteil von Bussen, Bahnen und teilweise auch Loks im Fernverkehr, ist ihre fast ständige Sichtbarkeit. Sie sind fast immer, Tag und Nacht, im Einsatz und werden von vielen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen genutzt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man sowohl die Außenfläche, wie auch den Innenraum zum Werben nutzen kann.
Die Auswahl der werbenden Busse und Bahnen kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen:

  • Nach Städten
  • Regionen
  • National
  • Speziell nach Auswahl einzelner Verkehrslinien

Die Botschaften werden von jedem wahrgenommen. Die Werbebotschaft wird Fahrgästen, Wartenden und Passanten, sowohl Fußgängern oder Fahrradfahrern, wie auch Passanten im PKW gleichermaßen ausgespielt.

Es gibt bei den Bussen und Bahnen verschiedene Werbemöglichkeiten.

Bei der Ganzgestaltung wird das gesamte Verkehrsmittel von außen mit einer bedruckten Werbefolie beklebt. Fensterscheiben können ebenfalls mit einer Spezialfolie (Lochrasterfolie) gebrandet werden, um so den Gesamteindruck von außen zu vervollständigen. Den Fahrgästen wird dadurch kein Komfort genommen, die Folien sind von innen transparent. Da die Ganzgestaltung aufwändig und teuer ist, dient sie meist für Imagewerbung.

Bei der Teilgestaltung wird nur der Rumpf eines Fahrzeuges, oder auch das Heck, gestaltet. Wenn vorhanden kann auch der Dachkranz oberhalb der Fenster beklebt werden. Diese Gestaltungsmöglichkeit ist einfacher und schneller zu realisieren als die Ganzgestaltung. Zudem ist die Teilgestaltung meist kostengünstiger und daher auch für aktionsbezogene Kampagnen geeignet.

Traffic Boards bieten eine weitere Möglichkeit der Werbung in Bussen und Bahnen. Hier können verschiedene Formate gebucht werden. Von der Größe eines City-Light-Posters (4/1), bis hin zum Format einer Großfläche (18/1) gibt es alles. 4/1 Formate bieten den Vorteil, dass die Motive einer City-Light-Poster-Kampagne direkt weiter genutzt werden können.

Traffic Banner sind eines der seltenen Standartformate in der Gruppe der Transportmedien. Sie sind immer im Format 1,75×0,5 m zu buchen. Ihre Anbringung erflogt unterhalb der Fensterlinie von Bussen und Bahnen, oder auch auf der Heckfläche von Bussen. Der große Vorteil der Traffic Banner ist die schnelle Anbringung und einfache Planung und Buchung.

Bei der Heckflächenwerbung ist eine Standardisierung leider nicht möglich. Je nach Bauart eines Busses ist die Heckfläche unterschiedlich groß. Dementsprechend muss die Werbebotschaft immer auf eine andere Größe angepasst werden.

Plakate die im Innenraum, direkt über den Sitzen oder in Augenhöhe der Fahrgäste, angebracht sind, werden als Deckenflächenplakate bezeichnet. Die Größen sind hierbei nicht standardisiert und von der vorhandenen Fläche abhängig.

Seitenscheiben- und Trennscheibenplakate hingegen sind deutschlandweit standardisierte selbstklebende und doppelseitig bedruckte Folien. Sie sind immer im Format 0,5×0,15 m und in den Fenstern angebracht.

Im Innenraum von Bussen und Bahnen können zum einen Halteschlaufen mit Werbung bedruckt werden, so genannte Swing Ads. Zum anderen können an Haltestangen, Gepäcknetzen und Kleiderhaken Swing Cards, welche auch zum Mittnehmen geeignet sind, angebracht werden. Seat Ads sind Werbebotschaften auf dem Sitz, Back Seat Ads hingegen ist Werbung, die auf der Rückseite von Sitzen angebracht wird. Diese Werbeträger zählen zudem zu den Ambient Medien.

Poster und Prospekte im Innenraum, kommen in Bussen und Zügen immer im Format A2 zum Einsatz.

 

7.2. Lastkraftwagen (LKWs)

Lastkraftwagen bieten als Transportmedium den Vorteil einer großen Werbefläche, welche bis zu 80 m². In diesem Bereich gibt es spezialisierte Außenwerbungs-Agenturen, die die Werbeflächen vermitteln. Es können die Seiten- sowie die Heckflächen des LKWs genutzt werden. Hierbei wird der LKW mit der Werbebotschaft gebrandet, indem der LKW mit einer bedruckten Werbeplane bespannt wird. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind hierbei vielfältig. Es kann mit reflektierenden Folien genutzt werden, um auch bei Nacht eine hohe Sichtbarkeit bieten zu können. LKWs bieten als Medium eine hohe Flexibilität. Motive können wöchentlich gewechselt werden. Außerdem schafft das Transportmedium einen stetigen Reichweitenaufbau aufgrund der hohen Fahrleistung und attraktiver Routen. Die mobile Bevölkerung, gerade auf Autobahnen und in Städten, ist hierbei die Zielgruppe.

 

7.3. Taxen

In Deutschland gibt es rund 55.000 Taxen. Fast 20.000 davon können für Werbezwecke gebucht werden. Sie sind für gewöhnlich an allen Wochentagen und ca. 16 Stunden pro Tag auf den Straßen zu sehen. Sowohl der Innenraum, wie natürlich auch die Außenfläche können zum Einsatz kommen. Für die Außenwerbung wird eine Spezialfolie, die selbstklebend ist, verwendet. Es kann eine Teil- oder Vollfolierung des Fahrzeugs erfolgen. Teilweise dürfen heute auch bereits die Fensterflächen mit Window Ads gestaltet und beklebt werden. Wie auch bei der Beklebung von Bussen und Straßenbahnen wird hier mit Lochfolie gearbeitet, welche es den Mitfahrern ermöglicht uneingeschränkt aus den Fenstern zu sehen.
Außerdem kann auf den Taxen ein so genannter Dachwerbeträger angebracht werden. Im Format 0,85×0,35 m ist dieser dann gut sichtbar für Passanten und andere Autofahrer.
Im Innenraum können Flyer eingesetzt werden. Außerdem ist eine Nutzung der Kopfstützen und der Rückenlehne als Werbeträger möglich.

 

7.4. Private PKWs oder Nutzfahrzeuge

Immer mehr Privatpersonen möchten sich gerne mit ihrem Fahrzeug etwas Geld hinzuverdienen und bieten die privaten PKWs als Werbeträger an. Bisher war die Nutzung für Unternehmen kaum lohnenswert, da es keine Möglichkeit der Kontaktkontrolle gab. Durch den technischen Fortschritt, die Digitalisierung und Mobilisierung, gibt es auch hier inzwischen spezialisierte Anbieter, zum Beispiel Wrapclub.